Jemenchamäleon

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Vorkommen und Artenbeschreibung

Chamäleons gehören zu den "Urzeitreptilien". Das älteste gefundene Chamäleonfossil hat ein Alter von ca. 26 Millionen Jahren.

1.0 Vorkommen

Das Jemenchamäleon ist im Jemen und in Saudi-Arabien beheimatet. Es lebt in verschiedensten Biotopen. Dort herrscht ein feuchtwarmes bis extrem trockenes Klima vor. Am Jahresanfang liegen die Temperaturen bei ca. 30 °C und steigen bis zur Jahresmitte auf über 40 °C an. Im Winter überlebt es sogar gelegentliche Nachtfröste in geschützten Felsspalten, Erdlöchern oder auf dem Boden. Dieses Chamäleon ist ein Baum- und Strauchbewohner. Teilweise ist das Reptil sogar in Maisfeldern zu finden. Es hält sich in einer Höhe von ein bis drei Meter auf.

2.0 Artenbeschreibung

2.1 Körperbau, Geschlechtsunterschiede und Häutung / 2.1.1 Augen, Zunge und Ohren / 2.2 Färbung / 2.3 Verhalten / 2.4 Alter / 2.5 Systemische Einordnung

2.1 Körperbau, Geschlechtsunterschiede und Häutung:  In der Natur sind bereits männliche Exemplare mit einer Gesamtslänge von ca. 60 cm gesichtet worden und Weibchen mit einer Länge von 45 cm. Im Terrarium werden sie maximal 50 cm lang. Nach ca. 12 Monaten ist das Chamaeleo calyptratus ausgewachsen. Es hat einen sehr schmalen, aber recht hohen Körper. Das besondere Merkmal des Jemenchamäleons ist der bis zu 8 cm große Helm. Bei den weiblichen Chamäleons bleibt er erheblich kleiner. Diese Tiere haben ein unregelmäßiges Schuppenkleid. Die Hände und Füße sind "greifzangenförmig" ausgeprägt. So wird gewährleistet, dass sie selbst bei einem Unwetter auf den Ästen einen sicheren Halt haben. Der Schwanz wird ebenfalls zum Festhalten bzw. Klettern benutzt. Die Geschlechtsunterscheidung ist recht einfach. Das Männchen hat an den Hinterfüssen einen Fersensporn, der beim Weibchen nicht vorhanden ist. Bei frischgeschlüpften Jungtieren können bereits die Geschlechter werden. Zudem ist bei dem männlichen Tier die Schwanzwurzel verdickt. Wann die Geschlechtsreife im natürlichen Lebensraum eintritt ist unbekannt. Im Terrarium ist das von verschiedenen Parametern wie Temperatur, Nahrungsangebot usw. abhängig. Deshalb kann hierfür nur eine Richtangabe von 6 Monaten gegeben werden.

Fersensporn von einem männlichen Jemenchamäleon.

Junge Jemenchamäleons wachsen sehr schnell. Da die oberste Hautschicht verhornt ist und deswegen nicht mitwachsen kann, müssen sie sich ständig häuten. Ausgewachsene Chamäleons häuten sich erheblich seltener. Der Häutungsvorgang sollte bei Jungtieren maximal 2 bis 3 Tage dauern. Wichtig: Sich häutende Tiere dürfen nie direkt mit Wasser angesprüht werden, weil dadurch die Häutungsreste am Körper festkleben - das kann zum Tode des Reptils führen!   

2.1.1 Augen, Zunge und Ohren: Diese Reptilien haben einen "Rundumblick". Die Augen können um 360 Grad gedreht und unabhängig von einander bewegt werden. Chamaeleo calyptratus hat eine viel schärfere Sehkraft als der Mensch, deshalb wird von ihnen die Beute sowie Fressfeinde sehr schnell visuell wahrgenommen. Ein Grund für die Beliebtheit dieser Individuen ist sicherlich ihre faszinierende Zunge. Sobald ein Beutetier in Schussweite ist, wird es von beiden Augen anvisiert. Danach öffnet das Tier sein Maul und schleudert die Zunge (Schleuderzunge) mit einer Geschwindigkeit von bis zu 21,6 km/h aufs Beutetier. Die Beute wird mit dem keulenförmigen Zungenende umklammert. Auf der Zungenspitze ist ein Sekret, dass das Festhalten des Beutetieres zusätzlich unterstützt. Danach zieht das Chamäleon seine Zunge inklusive Futter wieder ins Maul zurück. Anschließend zermalmen die Kiefer das Futtertier und es wird geschluckt. Diese Echsen haben ein schlechtes Gehör, dass sich im Evolutionsverlauf  zugunsten der hervorragenden Sehstärke zurückgebildet hat.

2.2 Färbung: Jemenchamäleons sind Meister der Tarnung. Sie können ihre Färbung fast jedem Hintergrund anpassen, so dass sie von Fressfeinden und Futtertieren meistens nicht wahrgenommen werden. Die Farbe wird nicht nur zu Tarnungszwecken verändert - das Reptil drückt damit auch seine Stimmung aus bzw. es kommuniziert mit Hilfe verschiedener Farben. Verschiedenartige Farbschattierungen von weiß, gelb, beige, grau, grün, orange, rot über schwarz schmücken dieses Tier.

2.3 Verhalten: Die wechselwarmen Reptilien beginnen den Tag mit einem intensiven Sonnenbad (im Terrarium unter dem Spotstrahler), damit die Körpertemperatur auf den Vorzugsbereich gebracht wird. Dabei platten sie ihren Körper seitlich ab - in etwa vergleichbar mit Körperform von einem Diskusfisch - um so möglichst viel Strahlungswärme aufnehmen zu können. Anschließend suchen die "Sonnenanbeter" einen Schattenplatz auf. Bei Überhitzung öffnen die Chamäleons das Maul und hecheln, dadurch entsteht Verdunstungskälte zur Temperaturregulierung.

In der Natur sind männliche Jemenchamäleons typische Einzelgänger. Sie verteidigen ihr Revier gegen andere Männchen sehr energisch. Feinden gegenüber reagieren die Echsen auch sehr aggressiv. Bei Bedrohung sperren die Tiere das Maul auf und fangen an zu fauchen. Nur während der Paarungszeit sind sie mit dem Weibchen für ein bis drei Tage zusammen.

Diese tagaktiven Individuen lauern regungslos auf ihre Beute, manchmal gehen die Echsen auch direkt auf die Beute zu, um die Futtertiere zu schießen.

Chamaeleo calyptratus bewegt sich im Geäst mit einer langsamen und wippenden Bewegung fort, damit soll ein durch Wind bewegtes Blatt imitiert werden.

2.4 Alter: Die Lebenserwartung liegt im natürlichen Lebensraum sowie im Terrarium bei Männchen ca. fünf bis sechs Jahre und bei Weibchen ca. vier bis fünf Jahre. Wenn weibliche Tiere nicht so oft und zu früh verpaart werden hat das einen positiven Einfluss auf das Lebensalter.

2.5 Systemische Einordnung: Jemenchamäleons (wissenschaftlicher Name Chamaeleo calyptratus) gehören zu der Klasse: Kriechtiere (Reptilia) - Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata) - Unterordnung: Echsen (Sauria) - Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania) - Familie: Chamaeleonidae (Chamäleons) - Unterfamilie: Chamaeleonidae (Echte Chamäleons) - Gattung: Chamaeleo - Untergattung: Chamaeleo - Art: C. calyptratus.

Jemenchamäleon

© Jemenchamaeleon.de, Vorkommen und Artenbeschreibung