Jemenchamäleon

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Artgerechte Haltung im Terrarium

Ist eine artgerechte Haltung im Terrarium / Zimmer überhaupt möglich?

Unserer Ansicht ja und nein. Immer wieder wird bei Wildfängen über Eingewöhnungsprobleme berichtet, weil es für sie eine extreme Umstellung (eingeschränkte Bewegungsfreiheit, veränderte klimatische Bedingungen, andere Futtertiere etc.) ist. Wobei wir sowieso von Wildfängen abraten (siehe Seite Wildfang oder Nachzucht kaufen?). Bei Jemenchamäleon-Nachzuchten gibt es, wenn bestimmte Bedingungen geschaffen werden in der Regel keine Schwierigkeiten - da sie an ein Leben im Terrarium gewöhnt sind bzw. sich angepasst haben.

Können Jemenchamäleons in Gruppen gehalten werden?

In einem großen Terrarium ist eine paarweise Haltung möglich, jedoch muss das Becken dicht bepflanzt sein, damit die Tiere genügend Versteckmöglichkeiten haben. Es ist aber auch möglich, dass sich das Pärchen trotzdem überhaupt nicht versteht. Dann muss es getrennt werden, meistens ist hierfür ein zu kleines Terrarium der Grund. Das Weibchen sollte ein Mindestalter von 12 Monaten haben, da eine zu frühe Verpaarung das Lebensalter verkürzt. Wenn ein Chamäleon nur einzeln gehalten werden soll, so ist ein Männchen vorzuziehen, denn ein weibliches Tier legt irgendwann unbefruchtete Eier - das führt in vielen Fällen zu einer totbringenden Legenot (die Eier bleiben im Körper und verfaulen langsam). Desweiteren dürfen niemals zwei Jemenchamäleon-Männchen zusammen gehalten werden. Sie würden sich bis zum Tode bekämpfen.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilien ist nicht empfehlenswert.

 

Terrariengröße für ausgewachsene Jemenchamäleons

Die Beckengröße ist von der Kopf-Rumpflänge (die Schwanzlänge wird nicht mit einbezogen) abhängig. Sie errechnet sich aus folgender Formel: 4 x 2,5 x 4 (Länge x Tiefe x Höhe). Für die Paarhaltung sind 20% der Grundfläche dazuzugeben. Rechenbeispiel für Einzelhaltung: Die Kopf-Rumpflänge beträgt 25 cm. 4 x 25 cm = 100 cm Länge, 2,5 x 25 cm = 62,5 cm Tiefe, 4 x 25 cm = 100 cm Höhe. Das ist ein Mindestmaß, grundsätzlich gilt, je mehr Platz desto besser. Auf die Terrariengröße für Jungtiere wird auf der Seite Zucht / Abzugeben näher eingegangen.

Als eine Alternative zur Haltung in Terrarien ist die freie Zimmerhaltung möglich. Diese Art der Haltung ist nur zu befürworten, wenn dem Chamäleon ein separater Raum oder gesicherter Bereich angeboten wird. Ansonsten lauern im Haushalt zu viele Gefahren (spielende Kinder, Haustiere, offene Fenster, Quetschungen beim Türöffnen etc.). Dabei muss besonders beachtet werden, dass das Tier wegen einer Erkältungsgefahr keiner Zugluft ausgesetzt wird und es sich tagsüber auf einem Kletterbaum (z.B. Ficus benjamini) jederzeit unter einer Lampe (Lampenabstand mindestens 20 bis 25 cm zum Ast - Lampenschutzkorb verwenden, wegen Verbrennungsgefahr) aufwärmen kann. In erreichbarer Nähe von dem Kletterbaum sollte ein Zimmerspringbrunnen sein, damit das Jemenchamäleon bei Bedarf trinken kann. Es kann aber auch direkt von Hand mit einer Pipette getränkt werden. Wichtig: Diese Tierart trinkt nur bewegtes Wasser! Der einfacheren Haltung halber sollte jedoch ein Anfänger die Terrarienhaltung bevorzugen.

 

Terrarientechnik, Einrichtung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Es sollte entweder ein Holzterrarium oder von innen mit Kork beklebtes Glasterrarium sein, damit das Chamäleon-Männchen nicht ständig das eigene Spiegelbild vor Augen hat. Das würde zu einem kontinuierlichen Dauerstress führen. Die Frontscheibe kann natürlich frei bleiben. Jemenchamäleons haben ein großes Frischluftbedürfnis, deswegen ist auf ausreichend Luftzirkulation zu achten, diesbezüglich sind genügend Lüftungsgitter beim Terrarienbau einzuplanen. Die Beleuchtung sollte aus mehreren Glühbirnen oder Sportstrahlern bestehen, punktuell müssen es bis zu 35 °C sein, damit das Tier lokale Aufwärmpunkte hat. Bei dem Abstand von der Lampe zum Ast muss ein Mindestabstand von 20 bis 25 cm gegeben sein, so kann das Individuum nicht direkt mit dem Spotstrahler in Berührung kommen und sich somit keine Verbrennung zuziehen. Zusätzlich ist noch ein Lampenschutzkorb ratsam. Die Beleuchtung sorgt für ausreichend Wärme, deswegen ist eine zusätzliche Wärmequelle überflüssig. UV-Lampen sind nicht unbedingt erforderlich, wenn die Tiere mit genügend Vitamin D3 - Pulver (z.B. Korvimin ist beim Tierarzt erhältlich) bekommen. Jedoch wird dadurch die Vitalität enorm gesteigert, deswegen ist eine regelmäßige Bestrahlung empfehlenswert.

An warmen Sommertagen sollten sich die Chamäleons draußen sonnen können. In einem halbschattigen Vollnetzterrarium lässt sich das gut verwirklichen. Sie genießen das helle Licht und "tanken" reichlich UV-Licht. Die Tiere zeigen dabei ihre schönsten Farben. Die durchschnittliche Sommertemperatur im Terrarium sollte bei 26 bis 28 °C liegen, mit einer Nachtabsenkung bis auf 16 bis 20 °C. Eine zeitschaltuhrgesteuerte Beleuchtungsdauer von 12 bis 14 Stunden ist in den Sommermonaten für die Gesunderhaltung unerlässlich. In der Winterzeit benötigen sie nur eine Tagestemperatur von ca. 18 bis 20 °C. Nachts können die Werte bei 12 bis 14 °C liegen. Dieses kann sehr gut über die Beleuchtungsdauer gesteuert werden, indem z.B. nur für 4 Stunden täglich das Licht eingeschaltet wird und weniger Lichtquellen in Betrieb sind. Um Großterrarien auf den optimalen Temperaturbereich zu bringen, ist aus Energiespargründen eine Fußbodenheizung zu bevorzugen. Die Inneneinrichtung sollte mit reichlich Kletter- und Versteckmöglichkeiten versehen werden. Hierfür sind besonders fingerdicke Baumäste, getrocknete Lianen und Ficus benjamini geeignet. Als Bodengrund hat sich Sandkastensand bewährt. Zudem müssen 1 bis 2 mittelgroße Blumentöpfe, mit einer mindestens 15 cm hohen gefüllten Sandschicht für die Eiablage vorhanden sein. Um genügend Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, muss das Terrarium täglich, morgens und abends mit lauwarmen Wasser "übergebraust" werden, dieses kann mit einer Gartenspritze oder automatischen Sprühanlage geschehen. Das Wasser sollte nach spätestens 2 Stunden abgetrocknet sein, ansonsten ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Das kann zu einer unnötigen Bakterien- und Schimmelbildung führen. Dabei ist besonders wichtig, dass das Terrarium bevor das Licht ausgeschaltet wird gut abtrocknet, da sonst durch die Verdunstungskälte eine Erkältungsgefahr besteht.

Um für eine optimale Hygiene zu sorgen, muss selbstverständlich Kot und andere Verunreinigungen regelmäßig entfernt werden.

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© Jemenchamaeleon.de, Artgerechte Haltung im Terrarium